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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Nordrhein e.V. - Bezirk Rhein-Kreis Neuss e.V.

  Chronik der DLRG im Rhein-Kreis Neuss

Der Bezirk Kreis Neuss, einer der großen im Landesverband, hat zwei kräftige Wurzeln, aus denen er gespeist wurde: Neuss und Rhein-Erft.

Neuss:

Im Sommer 1927 begann im Neusser Volksbad die erste Ausbildung von Rettungsschwimmern.

Bereits am 15.10.1927 konnte eine Ortsgruppe des Bezirks Krefeld in Neuss gegründet werden. Mit 65 Mitgliedern wurde der Rettungsdienst im Strandbad am Rhein übernommen. Die Stadt Neuss belohnte bald die Erfolge der Rettungsschwimmer, indem sie leihweise ein Rettungsboot zur Verfügung stellte

Bereits 1934 konnte dann ein eigenes Motor-Rettungsboot angeschafft werden. Mit viel Eifer und Erfolg bauten die Ehrenamtler die Rettungsstation am Rhein aus und bildeten viele Bürger zu Rettungsschwimmern aus.

1. Rettungsboot der DLRG Neuss 1934



Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde diese Arbeit unterbrochen. Die Rettungswache am Rhein musste eingestellt werden; Bombentreffer zerstörten das Schwimmbad. Für die Ausbildung stand den jugendlichen Mitgliedern nur noch das Freibad der Niederrheinischen Papier- und Pappenfabrik in Neuss zur Verfügung. Auch diese Ausbildungsstätte entfiel noch vor dem Ende des Krieges.

Schon bald nach dem Kriege aber widmeten sich wieder Männer und Frauen mit großem Engagement dem Wiederaufbau der DLRG. Die ersten Übungsstunden fanden im Werksbad der Firma Böhler AG in Düsseldorf-Oberkassel statt. Im Sommer 1947 wurde mit Hilfe der Stadtverwaltung das Freibad der Niederrheinischen Papier- und Pappenfabrik wieder zugänglich gemacht. Nun gab es in Neuss endlich wieder eine Möglichkeit zur Ausbildung von Rettungsschwimmern. Eine große Anzahl ehemaliger aktiver Rettungsschwimmer stellte sich dafür spontan zur Verfügung.

Gleichzeitig begann auch wieder der Wachdienst am Rhein

1951 folgte die Eröffnung des wieder aufgebauten Hallenbades. Nunmehr konnten regelmäßige Übungsstunden auch im Winter durchgeführt werden.

1966 stand dann mit der Eröffnung des Bades am Eselspfad auch wieder ein Hallen-Freibad den Rettungsschwimmern offen. Dadurch konnte die DLRG ihre wöchentlichen Übungsstunden auf sechs ausweiten. Die Mitgliederzahl stieg gleichzeitig auf über 1.000 Mitglieder an.

DLRG Wache Neuss Grimlimghausen - Anfang der 60er



Rhein-Erft:

„In der Schloßgaststätte Grevenbroich wurde am Sonntag, dem 01. März 1964, der neue DLRG-Bezirk Rhein-Erft gegründet", so lautete damals die Schlagzeile in der Presse.

Der Rhein sollte die Grenze zum Osten und die Erft die Grenze zum Norden sein. Es waren die Grenzen des früheren Kreises Grevenbroich zu Grunde gelegt, unter Verzicht auf die Gemeinden Wickrath und Büderich. Der damalige Landesverbandsleiter Dr. H. Pohl leitete die Gründungsversammlung.

Zu diesem Zeitpunkt verfügte der Bezirk über ein Motor-Rettungsboot und zwei Rettungsstationen am Rhein. Die ständig steigende Aktivität der DLRG-Kameraden, die enorm anwachsenden Mitgliederzahlen, die größer werdenden Aufgaben führten 1969 zu dem Wunsch nach einem geeigneten Ausbildungszentrum und Klubheim. Die Grundstücksfrage war insofern schnell geklärt, als ein Bürger der Stadt Zons für den Bau dieses Hauses eine Fläche zur Verfügung stellte.

1969 war die Planung hierfür fertig, und es konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Dank großem Einsatz einer Reihe von DLRG-Kameraden gingen die Arbeiten zügig voran, sodass bereits im Januar 1970 das Richtfest gefeiert werden konnte.

Als ein Ereignis von „landespolitischer Bedeutung" bezeichnete im Januar 1972 Landesminister Dr. D. Posser anlässlich seiner Festrede zur Einweihung der Rettungsschwimmerschule in Zons die offizielle Indienststellung dieses Gebäudes.

Die 1972 begonnenen Arbeiten für den Bau der KATA-Unterkunft in Stürzelberg konnten beendet werden, und schon im April 1973 wurde dieses Gebäude durch den Regierungspräsidenten H.O. Bäumer eingeweiht. Am selben Tag wurde ebenfalls das neue Elektromotor-Rettungsboot im Ausbildungszentrum seiner Bestimmung übergeben, für das die Bundestagspräsidentin A. Renger die Patenschaft übernommen hatte.

Zurückblickend auf die Jahre seit der Gründung des Bezirkes kann gesagt werden, dass in dieser Zeit Unvorstellbares geleistet wurde. Vom „Rettungsschwimmer auf Fahrrad mit Rucksack" – von Jahr zu Jahr stiegen Standard, Mitgliederzahlen und Leistungsfähigkeit.

DLRG Rettungsboote - Alle drei aus den 80 ziger



Bezirk Kreis Neuss:

Nach der kommunalen Neugliederung werden die beiden bisher eigenständigen Bezirke Neuss und Rhein-Erft zum neuen Bezirk Kreis Neuss zusammen gefasst, der damit deckungsgleich ist mit dem ebenfalls 1975 neu gegründeten Kreis Neuss (seit 2003: Rhein-Kreis Neuss). Seitdem haben zwei Bezirksleiter die Geschicke des Vereins geführt: Heinz Meinbresse bis 1990 und von 1990 - 2006 Dr. Jürgen Hildebrandt.

Mit seinen sieben aktiven Ortsgruppen (Neuss, Grevenbroich, Dormagen, Meerbusch, Kaarst, Korschenbroich und Jüchen-Hochneukirch) und seinen ca. 5.000 Mitgliedern ist dieser Bezirk auf vielen Feldern des DLRG-Geschehens zu finden: Aus- und Fortbildung sowieso, dazu Wachdienst am Rhein und auf Binnenseen, Leistungssport (bis zur mehrfachen Weltmeisterschaft) und Katastrophenschutz.

DLRG Wache Neuss Grimlinghausen - bis 1994